»Appenzell - Oberschwaben«

Peter Blickle, Peter Witschi (Hg.):
»Appenzell - Oberschwaben« 
Begegnungen zweier Regionen in sieben Jahrhunderten
ISBN 3-87940-611-1, 1997, 328 Seiten, br. DM 42,00 

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Wie reten zwei Räume miteinander in Verbindung, die nicht aneinander grenzen? Teilen sie eine gemeinsame Geschichte, obwohl sie durch die Unterschiede der politischen Systeme, denen sie zugehören, getrennt sind? Die Beiträge dieses Bandes geben darauf Antworten, indem sie den wechselseitigen Austausch zwischen dem Appenzell und Oberschwaben untersuchen.

Bis ins 19. Jahrhundert war Oberschwaben der Lieferant von Getreide für das Land Appenzell, was erst dauerhaft dessen frühe Spezialisierung auf Viehwirtschaft und die protoindustrielle Textilproduktion erlaubt. Doch neben der wirtschaftlichen Verschränkung war die gegenseitige politische Beeinflussung nicht minder wichtig. Ohne den Rückhalt der schwäbischen Reichsstädte hätte sich das Appenzell schwer aus der Herrschaft des Klosters St. Gallen lösen können. Dieser Prozeß hat wiederum stark auf Oberschwaben ausgestrahlt und einerseits eine Reihe von Bauernaufständen ausgelöst, die hier wie dort zum Ziel hatten, Freiheit als politischen Status herzustellen, andererseits den Zusammenschluß des Adels förderten.

Trotz der konfessionell bedingten Teilung des Appenzell 1597 in zwei Landesteile blieb die Verfassung, geprägt durch die Landsgemeinde, erhalten. Sie war für Aufklärer aus Oberschwaben so faszinierend, daß sie als theoretisches Modell für grundsätzliche Reformvorschläge Oberschwabens dienen konnte.