»Verborgene republikanische Traditionen in Oberschwaben«

Peter Blickle (Hrsg.):
»Verborgene republikanische Traditionen in Oberschwaben« 
ISBN: 3-928471-22-8. Leinen, 272 Seiten, 21 Abb., 78,00 DM  

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Gibt es in Oberschwaben eine Tradition der freistaatlichen Republik? Mit diesem Thema befassen sich die Beiträge dieses Bandes. Als "republikanisch" bezeichnet die heutige Geschichtswissenschaft Formen politischer Organisation, die ein hohes Maß an Selbstverwaltung und Herrschaftsferne besaßen und spezifische Tugendvorstellungen hervorbrachten.

Indem der Sammelband dieses Denkmodell auf das frühneuzeitliche Oberschwaben anwendet, eröffnet er in mehrerlei Hinsicht neue Perspektiven: Einmal wirft er ein verändertes Licht auf Oberschwaben zwischen 1300 und 1800, dessen politische Strukturen bis heute stets stärker von der Herrschaft als von Bürgern und Bauern geprägt angesehen werden.

Des weiteren setzt er neue Akzente in der Diskussion um die Entstehung des Republikanismus, der nach bisher dominanter Ansicht vor allem im italienischen Bürgerhumanismus und in den anglo-amerikanischen Verfassungsdebatten wurzelt. Nach republikanischen Traditionen in Oberschwaben zu fragen bedeutet somit gleichsam, sich mit einer verborgenen histo-rischen Vergangenheit zu beschäftigen.

Die Beiträge fördern republikanische Politikmodelle zutage — sowohl in der zeitgenössischen Theorie als auch im praktischen Zusammenleben der Bürger in der Stadt und der Bauern auf dem Land.

Der Band verbindet damit auf beispielhafte Weise landesgeschichtliche Forschung und allgemeinge-schichtliche Fragestellungen. Er entwirft ein neues Bild des frühneuzeitlichen Oberschwaben und bringt der Debatte um den Republikanismus neue Anstöße. Nicht zuletzt ist sein Frageansatz von Bedeutung für die Interpretation der Rolle Deutschlands in der politischen und geistigen Entwicklung Europas.