Franz Ludwig Baumann-Preis

Seit 1997 verleiht die Gesellschaft Oberschwaben den Franz Ludwig Baumann-Preis. Sie erinnert damit an den Archivar und Historiker Franz Ludwig Baumann (* 1846 in Leutkirch im Allgäu, + 1915 in München), dessen Lebenswerk in besonderer Weise der Erforschung Oberschwabens gewidmet war. Bekannt sind vor allem seine mehrbändige „Geschichte des Allgäus“ oder seine Untersuchungen zum Bauernkrieg in Oberschwaben.

Der mit 3.000 Euro dotierte Preis wird für herausragende Arbeiten – Dissertationen oder vergleichbare Veröffentlichungen – insbesondere von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern vergeben. Die Themen können zeitlich aus dem gesamten Bereich der oberschwäbischen Geschichte stammen. Die Gesellschaft Oberschwaben will damit die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Geschichte Oberschwabens fördern und vertiefen.

Interessenten können Arbeiten, die von einer Gutachtergruppe gewertet und verglichen werden, jederzeit bei der Gesellschaft Oberschwaben einreichen.
Ansprechpartner ist Prof. Dr. Dietmar Schiersner, Pädagogische Hochschule Weingarten, Kirchplatz 2, 88250 Weingarten (schiersner@ph-weingarten).

Zu Franz Ludwig Baumann vgl.:
Peter Blickle: Der Franz Ludwig Baumann-Preis der Gesellschaft Oberschwaben. In: Im Oberland 1998, 2, S. 39-43.

Mit dem Franz Ludwig Baumann-Preis wurden folgende Veröffentlichungen ausgezeichnet:

 

1997    

Weiß, Ulrike:
Geschnittene Bilder. Zu Ort, Funktion und Entstehungsbedingungen des Reliefs in  schwäbischen Kirchen zwischen 1715 und 1780.
Tübingen - Berlin: Wasmuth, 1998. 95,00 EUR.
(Tübinger Studien zur Archäologie und Kunstgeschichte, 17.)

1998    

Schwineköper, Katrin:
Historische Landschaftsanalyse in der Landschaftsökologie am Beispiel des Wurzacher  Riedes, des Einzugsgebietes der Wolfegger Ach und des Heidenwuhres.
Ostfildern: Heimbach, 1997.  40,00 EUR.
(Berichte des Institutes für Landschafts- und Pflanzenökologie der Universität Hohenheim,  Beiheft; 2).

1999    

Oswalt, Vadim:
Staat und ländliche Lebenswelt in Oberschwaben 1810-1871. (K)ein Kapitel im  Zivilisationsprozeß?
Leinfelden-Echterdingen: DRW-Verlag, 2000. 28,50 EUR.
(Schriften zur südwestdeutschen Landeskunde, 29.)
 
Schuster, Peter:
Eine Stadt vor Gericht. Recht und Alltag im spätmittelalterlichen Konstanz.
Paderborn: Schöningh, 1999. 35,00 EUR.

2002   

Hafner, Urs:Republik im Konflikt. Schwäbische Reichsstädte und bürgerliche Politik in der frühen Neuzeit.
Tübingen: bibliotheca academica, 2001. 28,00 EUR (Ladenpreis 39,00 EUR).
Oberschwaben - Geschichte und Kultur 8)

2005

Neesen, Claudia Maria
Gabriel Bucelin OSB (1599-1681). Leben und historiographisches Werk.
Ostfildern: Thorbecke Verlag, 2003. 59,00 EUR
(Stuttgarter historische Studien zur Landes- und Wirtschaftsgeschichte 3)

2007

Litz, Gudrun
Die reformatorische Bilderfrage in den schwäbischen Reichsstädten.
Tübingen: Mohr Siebaeck, 2007.
(Spätmittelalter, Humanismus, Reformation 35)

2008

Hadry, Sarah
Studien zur Herrschafts-, Verfassungs- und Territorialgeschichte des Raums Neu-Ulm im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit
Dissertation Ludwig-Maximilians-Universität München 2007
(im Druck : Historischer Atlas von Bayern, Teil Schwaben, Reihe 1: Landkreis Neu-Ulm)

2009

Brun, Katherine M.
The Abbot and His Peasants: Building the Territorial State in Salem, 1473-1637
Dissertation University of California, Berkeley, 2008
(im Druck)

 
 
Paul Beck-Preis

Paul Beck wurde 1845 als Sohn des späteren württembergischen Hofkammerdirektors Paul von Beck in Altshausen geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaft wirkte er 1870 – 1883 an verschiedenen Amtsgerichten, zuletzt ab 1878 als Staatsanwalt in Ulm. Nach seiner frühen Pensionierung zog er nach Ravensburg und begann als Landes- und Regionalhistoriker die Geschichte Oberschwabens zu erforschen. Er publizierte eine Vielzahl größerer und kleinerer Aufsätze in Zeitschriften und Zeitungen, ab 1885 vor allem im „Diözesanarchiv in Schwaben“. Als die Zeitschrift 1894 einzugehen drohte, übernahm er Schriftleitung und Verlag der angesehenen landeskundlichen Zeitschrift, die 1908 in „Schwäbisches Archiv“ umbenannt wurde. Als Beck 1912 erkrankte, stellte die Zeitschrift ihr Erscheinen ein. 1915 starb er und wurde in Ravensburg begraben.

Nach Paul Beck benennt die Gesellschaft Oberschwaben einen Preis, mit dem das Gesamtwerk von Regionalhistoriker/inne/n gewürdigt wird, die nicht an einer Universität oder an einem Archiv tätig sind und wesentliche Beiträge zur Kenntnis von Geschichte und Kultur Oberschwabens geleistet haben.

Vorschläge können an die Geschäftsstelle der Gesellschaft Oberschwaben beim Kulturamt Bodenseekreis, Schloss, 88682 Salem, gerichtet werden:

Mit dem Paul Beck-Preis wurden folgende Regionalhistoriker ausgezeichnet:
(1999 Franz Ludwig Baumann-Förderpreis)

1999

Heinz, Werner:
"Mitbürger, greifet zu den Waffen". Die Revolution von 1848/49 in Oberschwaben.
Konstanz: UVK, 1998. 

2004  

Steim, Karl Werner:
Lebenswerk

2007 

Büchele, Berthold:
Lebenswerk

Zur Biographie und Bibliographie Paul Becks vgl.: Paul Beck:
Ausgewählte Aufsätze zur Geschichte Oberschwabens. Hg. Gesellschaft für Geschichte und Heimatpflege Altshausen. Altshausen 1985.